ROBBY
und TOBBY
†
(*~06/2003
und *~05/2004 - 02.06.2007)
|
Es stellte sich aber ganz schnell heraus, dass sich die beiden im
Tierheim keineswegs wohl fühlten. Sie verweigerten sogar die Nahrung und
gaben sich auf, saßen nur aneinander gekuschelt da, zeigten keinerlei
Reaktion auf Spiel- oder Ansprechversuche. Sie ließen sich zwar anfassen,
aber nur, weil sie sich passiv in ihr Schicksal ergaben. Sie duldeten es
einfach ohne Gegenwehr. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Man
gab sich alle Mühe, aber die dortigen Umstände (Besucher, Hundegebell
etc.) machten den beiden wohl Angst. |
|
![]() |
Sie mussten also doch auf einer ruhigen privaten Pflegestelle untergebracht werden, wo Platz, Zeit und Geduld gegeben waren, um ihnen das Leben wieder "schmackhaft" zu machen. Sie wieder auszusetzen kam wegen besonderer Umstände, die auf dem Schrebergartengelände herrschten, nicht in Frage. So kamen die beiden am 25. April 2005 zu mir, wo sie im Hobbyraum, der schon viele Katzen vorübergehend beherbergt hatte, ihr vorläufiges neues Zuhause fanden. Ich erinnerte mich spontan an mehrere sehr scheue Tiere, die auch in diesem Raum lernten, dass es gar nicht so schlimm ist, eine Familie zu haben. Ich war daher ganz zuversichtlich, auch bei den beiden Katerchen wieder Lebensmut wecken zu können. |
![]() |
Die ersten Tage im extra für die beiden mit Verstecken eingerichteten Raum verliefen ruhig. Sie zeigten wohl leichtes Interesse an ihrer Umwelt, hielten sich aber, wenn ich im Raum war, mit allen Aktivitäten zurück und beobachteten mich nur aus sicherer Distanz. Von außerhalb des Raumes konnte ich die beiden allerdings durch eine große Glastür, die den Hobbyraum vom Rest des Hauses trennt, beobachten, ohne dass sie es merkten. Sie fraßen ihr Futter (zum Glück!) wenn alles ruhig und niemand in der Nähe war. Dann liefen sie auch neugierig den gesamten Raum ab und schnupperten mal hier und mal da. |
![]() |
Das Futter der beiden stellte ich unter die Tischtennisplatte, die
ihnen von oben her Deckung und das Gefühl des Geschütztseins gab. Ich
setzte mich dann auf den Boden, etwa einen Meter neben die Fressnäpfe und
wartete mit gut Zureden einfach unbeweglich ab, bis sie zum Fressen kamen.
Bereits am dritten Tag, nachdem sie eine Küchenrolle auseinander genommen
hatten und rechtschaffen müde und hungrig waren, trauten sie sich in
meiner Gegenwart zu fressen. Sie saßen dabei sogar mit dem Rücken zu mir,
also zwischen mir und dem Futter, was ich als kleinen Vertrauensvorschuss
wertete. |
|
Nach weiteren zwei Tagen begann ich mit dem Katzenspielzeug zu spielen, was das Interesse der Katerchen weckte und sie tatsächlich zum Mitspielen animierte! Jetzt war es leicht, sie so "aus Versehen" im Spiel zu berühren. Ich bemerkte sogar, dass ROBBY und TOBBY es umgekehrt genau so machten. Sie rannten vermeintlich ganz ins Spiel vertieft "aus Versehen" (aber mit voller Absicht) mal über meine Beine oder berührten meinen Rücken mit den Pfoten. Ich freute mich darüber, dass die beiden Schwarzen offensichtlich Kontakt wollten! Wir hatten also das gleiche Ziel. Nun kam die Phase der Leckerlis aus der Hand. Wenn ich runter zum Spielen ging, nahm ich diverse gut schmeckende Kleinigkeiten mit zu den Katern und bot sie zwischendrin mit ausgestreckter Hand an. Es schien keine Frage zu sein, ob sie das annehmen sollten oder lieber doch nicht. Das Sprichwort "mit Speck fängt man Mäuse" hat auch hier funktioniert! Am Ende der ersten Woche konnte ich stolz sein auf die beiden Schwarzen. Sie waren nicht nur "aufgetaut", sondern freuten sich über jeden Moment, den ich mit ihnen verbrachte und gestatteten mir sogar, sie zu streicheln. Am Ende der zweiten Woche der Quarantäne im Hobbyraum hatte sich ROBBY angewöhnt, auf meinen Schultern zu liegen, während TOBBY es vorzog, eingerollt auf meinem Schoß zu dösen. Und schnurren konnten die beiden!!!
Jetzt waren sie so weit, dass sie ins Haus entlassen werden
konnten, erstens um ihren Aktionsradius zu erweitern, und zweitens, um
unsere anderen Katzen kennen zu lernen. Und siehe da, was ich vermutete,
trat ein. Sie hatten in ihrem Schrebergarten gelernt, sich mit anderen
Katzen zu arrangieren und entsprechend sozial zu verhalten. Das klappte
hier bei uns ganz ausgezeichnet! Sie ordneten sich ein, als ob sie schon
immer hier gewesen wären. |
|
![]() |
SCHREBI begrüßte TOBBY sogar wie einen alten Bekannten, was er sicher auch war. Beide gingen beim ersten Kontakt mit hoch erhobenen Schwänzchen aufeinander zu, schnupperten Näschen an Näschen, "gurrten" sich an, und SCHREBI leckte TOBBYs Gesicht, während er eine Vorderpfote sanft auf ihren Kopf legte. Danach sah man alle drei schwarzen Schrebergartenkatzen oft zusammen. Immerhin hatten ja alle drei die gleiche Herkunft und Vorgeschichte. Unter der persönlichen Obhut von SCHREBI integrierten sich ROBBY und TOBBY ganz hervorragend in unsere Katzenmeute und konnten etwa vier Wochen nach ihrer Ankunft bei uns auch nach Draußen gehen. Sie schmusten abends gern mit allen Personen im Haus, kamen freiwillig auf den Schoß oder auf die Schultern. Nur TOBBY und JIFFY war so eine Geschichte, aber das lag eindeutig an JIFFY! |
![]() |
Da sie bei uns aber problemlos "mit liefen", hatte es auch keine Eile, den passenden Platz zu finden. Im Februar des Folgejahres
konnten ROBBY und TOBBY zwar getrennt aber in ein schönes neues Zuhause
mit Freigang und liebevoller Fürsorge vermittelt werden. |
|
(Sept. 2006) |
TOBBY, der Kleine, wurde "bester Freund" eines Kleinkindes und findet diese neue Aufgabe einfach toll!
ROBBY, der Große, hatte sich in
seiner neuen Familie auch schnell eingelebt und sichtlich wohl gefühlt,
lag seinen neuen Menschen sogar auf den Schultern. Trotzdem kam er, aus
welchen Gründen auch immer, am 19. Mai nach einem Freigang nicht mehr
zurück. Er wird noch heute schmerzlich vermisst und wir alle geben die
Hoffnung auf ein Wiederfinden nicht auf!
|
| Nachtrag vom 06. Juni 2007
|
|
![]()
Abschied von TOBBY (links) und ROBBY (rechts)
(Juni 2007) |
|