Mimi
die
Straßenkatze
†
(*Apr.
2005 - 07.01.2008)
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Wir holten MIMI am 30. Sept. 2006 zusammen mit ihren sieben 30 Tage alten Babys bei Familie K. ab, die sich mit besonderer Liebe um die Streunerin MIMI gekümmert hatte. Familie K. hatte die sieben Babys des zweiten Wurfes von Mimi draußen gefunden und diese in einer großen mit Decken ausgelegten Kiste in der eigenen Garage untergebracht. Familie K. hätte MIMI gern bei sich im Haus aufgenommen, aber die bereits vorhandenen fünf Katzen akzeptierten ihre Gegenwart nicht. Da war nichts zu machen! So wurden wir verständigt und erfuhren auch gleich MIMIs Vorgeschichte: |
![]() sechs der sieben Babys von Mimi
...und der siebte, der zum Fototermin
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Gut ein Jahr zuvor war MIMI als Halbwüchsige entdeckt worden, weil sie in einem Wohngebiet wild und frei lebte, offensichtlich kein eigenes Zuhause hatte und sich von mehreren Anwohnern versorgen ließ. Sie hatte eine gewisse Auswahl an "Pflegestellen", denen sie mehr oder minder regelmäßig Besuche abstattete, zeitweise auch ins Haus kam, sich ansonsten aber immer draußen aufhielt. Sie wurde nach und nach zahm, ließ sich gern und ausgiebig streicheln und schmusen und bekam zur Freude ihrer vielen Dosenöffner Anfang 2006 ihre ersten Babys in einem der Gärten. Die Freude währte nicht lange, denn nach ca. 3 Wochen war der komplette Wurf verschwunden und wurde nie wieder gesehen. MIMI führte das ihr vertraute Leben weiter als hätte es nie Babys gegeben. Ende Sept. 2006 meldete sich ein Nachbar bei Herrn K., weil er in seinem Garten ein Katzenbaby gefunden hatte. Herr K. telefonierte mit anderen Katzenfreunden in der näheren Umgebung und wurde fündig! Eine andere benachbarte Familie hatte sechs Katzenbabys im Garten. Und tatsächlich waren alle sieben nicht nur gleich alt, sondern eindeutig aus dem selben Wurf. Und es war eindeutig der Wurf von MIMI, da sie Ende August noch hochtragend war, am 1. Sept. wieder "schlank" auftauchte. Außerdem sahen die meisten Babys aus wie MIMI, hatten auch die typische Zeichnung ihrer Mama. Die Welpen wurden in der Garage der Familie K. untergebracht und mit Katzenfutter versorgt. MIMI hatte freien Zugang zur Garage und zu ihren Welpen, schien aber keinerlei Interesse an ihrem Nachwuchs zu zeigen. Um das Leben der Kleinen nicht zu gefährden wurden wir verständigt, weil diese zwar etwas Nassfutter naschten, aber dringend noch zusätzlich Aufzuchtmilch benötigten, die sie von MIMI nicht mehr bekamen. |
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Die drei Katerchen und vier Kätzinnen wurden daher von uns regelmäßig mit Aufzuchtmilch zugefüttert, fraßen auch das bereitgestellte Futter, obwohl drei von ihnen erst zum Nassfutterfressen "überredet" werden mussten. Alle gediehen prächtig, bekamen statt kätzischer jetzt menschliche Zuwendung und konnten später mit rund 12 Wochen gesund und munter vermittelt werden. Am 19. Oktober, als MIMIs Milchleisten abgeschwollen waren, wurde sie kastriert. Da auch der FIP/FIV/Leukosetest negativ und sie rundum gesund war, durfte sie sich fortan im gesamten Haus aufhalten und auch unsere anderen Katzen kennen lernen. Sie zeigte kaum das Verlangen, raus zu wollen, wie sie es ja gewohnt war, spielte lieber lang und ausgiebig mit Papierkügelchen oder anderem Spielzeug und begegnete unseren Katzen stets freundlich. Auch Streicheln und Schmusen hatte bei ihr jetzt wieder größeren Stellenwert, und ihre Misslaunigkeit war wie weggeblasen, seit sie nicht mehr in einem Raum mit ihren Babys war. Sie ist nach der "Entlassung ins Haus" übrigens kein einziges Mal zu ihnen gegangen, um wenigstens nach ihnen zu sehen, obwohl sie das jederzeit hätte tun können. |
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Dann kam sie nur noch morgens und abends zum Fressen, blieb nur noch sporadisch mal über Nacht zum Ausschlafen. Auch setzte sie schon mal einzelne Tage aus, an denen sie gar nicht kam, war sogar einmal eine ganze Woche nicht da. Ich beobachtete, dass sie von unserem PHANTOM jedesmal, wenn sie zum Fressen rein kam, angeknurrt, angefaucht und manchmal sogar angegriffen wurde. Sie hatte dadurch, dass sie sich nur noch selten im Haus aufhielt, den typischen "Hausgeruch" verloren, war für PHANTOM also zum Fremdling geworden, und er verteidigte nun sein Zuhause gegen Eindringlinge. |
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MIMI hielt sich draußen nur wenige Häuser weiter in verschiedenen Gärten auf. Sie hatte mittlerweile wieder mehrere Dosenöffner gefunden, die sie versorgten und ihr nach Bedarf Unterschlupf gewährten. Bei einer Familie, die einen fast ebenerdigen Balkon mit einer Hundeklappe in der Tür für ihren Boxer hatte, hielt sich MIMI häufig auf, und wir vermuten, dass sie sogar durch die Hundeklappe schlupfte und dort fraß und schlief. Eine andere benachbarte Familie rief mich an, weil sich MIMI dort in einem Nebenraum der Garage aufhielt, auf dem Korbsessel schlief und durch nichts zu bewegen war, wieder raus zu gehen. Wenn MIMI nicht zu uns kam, ging ich zu ihr. Fast immer traf ich sie in unmittelbarer Umgebung unseres Hauses an. Sie kam auf Rufen angerannt, knallte sich auf die Straße zum Schmusen und genoss die Streicheleinheiten. Dreimal trug ich sie wieder mit nach Hause, aber ihr erster Weg war stets Richtung Ausgang, und ich ließ sie schweren Herzens gehen. |
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Dann, Mitte Januar 2007,
war Familie M. nach dem Tod ihrer Katze auf der Suche nach einem neuen
kätzischen Familienmitglied. Es sollte gerne eine erwachsene Katze sein,
weil diese bei vier Jungs und einem Malteserhund aufgrund ihrer bisherigen
Erfahrungen die besseren Chancen der
ungefährdeten Anpassung und Eingewöhnung hat. Wir stellten FELIX vor, ebenso wie MIMI
noch nicht einmal 2 Jahre alt, und natürlich MIMI, obwohl wir uns nicht
sicher waren, ob sie mit den beiden kleineren Jungs von 3 1/2 und 5 auch
zurecht kommen würde. Familie M. lernte FELIX hier bei uns im Haus kennen
und sah MIMI draußen auf der Straße. Sie hatten sich letztlich für FELIX
entschieden, riefen aber am Folgetag an, um uns mit zu teilen, dass sie es
auch gern mit MIMI probieren würden! MIMI hätte dort genug Möglichkeiten,
sich zurück zu ziehen, mit FELIX verstehe sie sich ja sowieso und ein
kleiner mit Katzen vertrauter Hund dürfte auch kein wesentliches Hindernis
sein, wenn sie bei einem Boxer schon keine Bedenken hatte. Man war ganz
zuversichtlich, die "Problemkatze" MIMI gut zu integrieren. |
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(Sept. 2006) |
Am 22. Januar 2007 brachte ich FELIX dann in sein neues Zuhause, MIMI war an diesem Tag mal wieder nicht anwesend. Ich konnte sie aber zwei Tage später "nachliefern". Weitere zwei Tage später
erhielt ich folgende Rückmeldung (in Kurzform): Es sieht so aus, als ob MIMI den Übergang von der Straßenkatze zur Familienkatze geschafft hat. Wir wünschen es ihr und danken ihrer neuen Familie für ihr Vertrauen zu uns und in MIMI, für ihr Verständnis für die Probleme einer Straßenkatze und dafür, dass sie mit viel Einfühlungsvermögen alles in die richtigen Bahnen lenkt. |
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Einserseits verlangte sie Einlass bei anderen Nachbarn mit zwei Katzen, andererseits ist sie manchmal aggressiv mit anderen Katzen. Einerseits
lässt sie sich (im Freien) "totschmusen", andererseits knurrt und faucht
sie fast ununterbrochen, sogar wenn sie ausgelassen spielt. Selbst, wenn
sie etwas möchte (Futter oder dass eine Tür geöffnet wird), knurrt und
faucht sie, wo andere Katzen miauen.
(Feb. 2007) |
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![]() (März 2007) |
Nachtrag vom 25. März 2007: Mit den freundlichen Nachbarn, die MIMI immer wieder mit Futter und Unterschlupf versorgten ist mittlerweile besprochen, dass MIMI nur dann regelmäßig zu uns kommt, wenn sie nicht gefüttert oder bei ihnen rein gelassen wird. Wir legen großen Wert darauf, dass wir sie täglich mindestens sehen, um uns davon zu überzeugen, dass sie in Ordnung ist. Seither kommt sie regelmäßig zum Fressen, Spielen und manchmal sogar zum Übernachten! MIMI liebt ihr "Streunerleben", das akzeptieren wir uneingeschränkt, sind aber froh, dass sie weiterhin ihren regelmäßigen Kontakt mit Spiel und Schmusen sucht. |
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(Juni 2007) |
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![]() so fanden wir MIMI am Straßenrand |
Nachtrag vom 07. Jan. 2008: Heute früh zwischen 5 und 8 Uhr fand MIMIs junges Leben ein jähes Ende. Sie wurde beim Überqueren einer Nebenstraße in einer 30er-Zone so unglücklich von einem Auto getroffen, dass sie sofort tot war. Obwohl in 30 Jahren auf dieser Straße und den angrenzenden Sackgassen erst eine einzige Katze auf diese Art ums Leben kam, ereilte nun auch MIMI dieses Schicksal. Es war MIMI selbst,
die sich diese Art der Freiheit ausgesucht hatte. |
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Im Land jenseits der Regenbogenbrücke gibt es keine Autos. MIMI, wir halten dich für immer fest in unseren Gedanken.
(Jan. 2008) |
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