TIGER LILLY
die
Freche
(*04/2001)
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Sie nahmen die
Situation zwar schnell richtig auf, kamen aber zu spät, um das Leben
aller vier Babys zu retten. Nur eines, eine grau getigerte Kätzin,
kam davon. Diese brachten sie mir mit den Worten: „für Mama
Miez“! TIGER LILLY, wie wir sie nannten, war eine der bedauernswerten Kreaturen, die seit Generationen keinerlei menschliche Fürsorge kennengelernt hatten.
Nach der ersten
Fütterung mit Aufzuchtmilch, sie kannte noch kein Nassfutter, wurde
sie von Parasiten befreit. Ich entfernte zwölf Zecken und mehrere
Hundert Flöhe, ungezählte Würmer kamen später dazu. Und das bei
weniger als 300 Gramm Baby! Ganz zu schweigen von stumpfem Fell, trüben
Augen und Durchfall. Aber die „Null-Acht-Fünfzehn“ grau getigerte Kleine war eine Kämpfernatur! Sie erholte sich rasch und wickelte bald ihre Menschen und hauptsächlich unseren Kater NICO um den Finger. Wir waren entzückt von ihrem Charme und ihrer Ausstrahlung, und Nico erst! LILLY hatte eine unwiderstehliche Art, Kontakt aufzunehmen, indem sie NICO, auf den Hinterbeinen stehend, mit langer Pfote auf den Kopf klopfte und anschließend einen Sprung nach vorne machte, das Schwänzchen am Ende leicht gekrümmt und lockend wie ein Zeigefinger „komm doch mit zum Spielen!“, und NICO, anstatt dem frechen Mädchen Manieren beizubringen, ließ sich das nicht zweimal sagen! |
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![]() NICO und LILLY beim Spiel auf dem Feldweg |
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Sie versuchte mehrfach, sich davon zu stehlen, ohne dass Nico es bemerkte, es gelang ihr aber erst mit knapp sechs Monaten, als sie seiner Fürsorge nicht mehr bedurfte.
Etwa zu dieser
Zeit wurde sie kastriert, „baggerte“ aber trotzdem jeden
streunenden Kater auf unserem Grundstück an. So, wie sie Nico zum Spielen aufgefordert hatte, machte sie es auch mit
den wildfremden. Und keiner von ihnen hat sie je angefaucht
oder gar angegriffen, weil sie ihnen nicht den nötigen Respekt
entgegenbrachte. Das lag ganz offensichtlich an ihrer charmanten,
unwiderstehlichen Art, die wohl auch Vierbeiner zu
schätzen wissen. |
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Einer der extrem scheuen wild lebenden Kater, wir nannten ihn später PHANTOM, war schon längere Zeit öfter bei uns zu Gast und ernährte sich, wenn niemand in der Nähe war, von dem für ihn und andere Streuner auf unserer Terrasse bereitgestellten Futter. Es dauerte zwei Jahre, bis er begriff, dass ich ihm wohlwollend gesonnen war, und am Fressnapf sitzen blieb, wenn ich dazu kam.
LILLY hingegen
brauchte gerade mal eine Woche, ihn davon zu überzeugen, dass
sie ein schönes Zuhause hat und lud ihn ein, reinzukommen. Ich
hatte das Glück, das beobachten zu
dürfen: Sie schaffte es nach mehreren Versuchen, dass er alle vier Pfoten in die Küche setzte und dort Platz nahm. Nach einigen Tagen betrachtete er es als selbstverständlich, ins Haus zu kommen, und ab sofort war er für LILLY nicht mehr interessant! Sie hatte ihre Mission beendet. Das war’s!
LILLY war im
Übrigen auch ohne Scheu vor Fremden (leider!), und ich
beobachtete oft, wie sie sich dem Briefträger oder den
Müllabholern vor die Füße legte, mit Bäuchlein nach oben, und
darauf wartete, eben dort gestreichelt zu werden. Auch der
Schornsteinfeger, der Strom- und Gasmann brauchten die
Hauseingangstür nicht zu suchen. LILLY geleitete sie jedes
Mal, hoch erfreut, wieder eine neue Eroberung gemacht zu
haben. |
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LILLY hätten wir wegen ihrer Ausstrahlung schon unzählige Male vermitteln können, aber dafür war es längst zu spät, hatte sie doch schon vor langer Zeit unsere Herzen erobert! ….und so kriegen wir es gedankt!.......
(Sept. 2006) |
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