KNUBBEL
der
Freundliche
†
(*vor 1972 –
15.07.1994)
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Stunden
später entdeckte ich ihn wieder: zusammengerollt schlafend auf dem
Abtreter vor der Hauseingangstür. Ein schwarzes Häufchen Elend bei
minus 8 Grad, das offensichtlich meiner Hilfe bedurfte. Er hatte
triefende, teils verklebte Augen und war ziemlich abgemagert. Ich
brauchte ihn nicht zu bitten, ins Haus in die Wärme zu kommen, das
tat er von sich aus. Das ihm angebotene Scheibchen Wurst nahm er an,
legte sich auf die Couch (!) und schlief wieder ein. Er war
zutraulich und freundlich, gerade so, als ob er schon immer bei uns
wohnen würde. Und ich dachte mir: hoffentlich ist er noch da, wenn
die Kinder heimkommen. Dann fuhr ich kurz weg, um Katzenfutter zu
besorgen. Er blieb bis zum späten Abend, nahm dankbar sein Abendessen ein und ging dann zur Eingangstür, wo er durch leises Miauen darum bat, wieder hinaus zu dürfen. Wir ließen ihn gehen, und sein plötzliches Interesse an uns beschäftigte mich noch viele Stunden. |
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Am nächsten Morgen fiel mir jenseits der Glas-Eingangstür ein schwarzer Schatten auf. Nanu, was ist das denn? Ich hätte fragen sollen wer ist das denn! Es war der freundliche Kater vom Vortag und spontan fiel mir ein Satz ein, den ich lange Zeit vorher in einem Katzenbuch zum Thema Streuner gelesen hatte: Erst schleichen sie sich in ihr Herz und dann in ihr Haus. Ja, genau so war es! Bereits am dritten Tag seines Auftauchens bei uns ließ er sich ohne jegliche Gegenwehr in einen Transportkäfig packen und zum Tierarzt fahren. Der Katzenschnupfen musste dringend behandelt werden! Und überhaupt – ich hatte viele Fragen an den Doc, zeichnete sich doch ab, dass der Schwarze bei uns bleiben wollte. |
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Unsere intensiven Nachforschungen nach seinem Besitzer oder seiner Herkunft verliefen jedoch im Sande. Keiner kannte ihn. Er kam regelmäßig jeden Morgen wie selbstverständlich ins Haus und ging irgendwann nachts wieder seiner Wege. Es war also an der Zeit, ihm einen Namen zu geben, und der war KNUBBEL. |
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Bis gut zwei Jahre später im Mai 1984 KITTY dazukam, war er unsere einzige Katze. Er akzeptierte sie vom Fleck weg genau wie später ONKEL AUGUST, den wir 1991 bei uns aufnahmen. Es gab mit KNUBBEL einfach keine Probleme, und wir erfreuten uns jeden Tag aufs Neue seiner Anwesenheit.
Dass man
jedoch irgendwann auch einmal Abschied voneinander nehmen muss, wurde
uns höchst schmerzlich im Juli 1994
bewusst: |
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Nein, das konnte
nicht sein, obwohl ich den Tumor deutlich tasten konnte,
wollte ich es einfach nicht glauben. Da musste doch noch was
zu machen sein! Ich konsultierte einen zweiten Tierarzt, und
ohne, dass ich ihm von der bereits bekannten Diagnose
berichtete, sagte er: „…den Tumor im Darm könnten wir zwar
operieren, aber es wird ihm nach der OP aufgrund seines Alters
deutlich schlechter gehen, als vorher! Wollen sie ihm das
wirklich antun?“ Nein, ich wollte nicht. Wie benommen nahm ich KNUBBEL zum Abschiednehmen wieder mit nach Hause, den Termin
zum Einschläfern zwei Tage später bereits in der Tasche. Ich
kam mir wie ein Verräter vor, musste ich doch entscheiden,
seinem Leben ein Ende zu setzen. Ausgerechnet bei KNUBBEL, der
mir so bedingungslos vertraute. |
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Trösten konnten wir
uns allenfalls damit, dass KNUBBEL uns 12 ½ Jahre lang ein Freund
war!
Was auch immer der Tierarzt damit meinte,
als er sagte, er sei „weit über 10“,
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(Sept. 2006) |
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