KITTY
die Edle
†
(15.04.1984 – 19.11.2003)
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Dort angekommen rief
ich lockend und fragend zugleich: „Miez, Miez?!“ und irgendwo mitten
aus dem Mais antwortete es: „Miaauuu!“. Und wieder „Miez, Miez?!“
und „Miaauuu!“ So pirschten wir uns langsam aber stetig unter
permanentem Rufen aneinander ran. Das Miau entpuppte sich als zu
einer ca. 8 Wochen alten Kätzin gehörig, die mich mit großen
fragenden Augen anschaute und, kaum dass sie mich erreichte, laut
wie ein Rasenmäher anfing zu schnurren. Das
genügte. Da sie zum Überleben im Feld noch zu jung und unerfahren war, nahm ich sie mit und trug sie die nur 100 Meter zu unserem Haus herüber. „Probehalber“ setzte ich sie gleich an den Fressnapf von unserem KNUBBEL. Ausgehungert machte sie sich über die übrig gebliebenen Futterbrocken her und ließ keinen einzigen übrig. In der darauf folgenden Nacht, sicherheitshalber in der Gästetoilette untergebracht, hinterließ sie dann ihr großes, etwas dünn geratenes Geschäft direkt auf dem Spülkasten der Toilette, und zwar so, dass es ringsum braune Spuren bis zum Boden gab. Trotzdem war die Wiedersehensfreude am nächsten Morgen auf beiden Seiten groß. Sie schnurrte wieder laut und eindringlich und rieb sich an meinen Beinen, woraufhin sie sich unter meiner Aufsicht im ganzen Haus aufhalten durfte. Wir beschlossen, dass sie bleiben darf, bis wir ihre Besitzer ausfindig gemacht hatten. Eine zahme Katze muss einen Besitzer haben. Aber, natürlich gehörte sie wieder mal niemandem. Intensive Recherchen ergaben (wie so oft) rein gar nichts. Das war’s also. Wir rechneten in etwa ihren Geburtstag aus, den wir auf den 15. April bestimmten, und nannten sie KITTY. Ihr Fell war deutlich länger und seidiger als bei „normalen“ Katzen und war getigert, nein eher „marmoriert“ in schwarz-grau-braun. Die Zeichnung war aber nur wenige Millimeter direkt an den Haarspitzen. Ansonsten war das Fell weiß wie Schnee, was man aber nur sehen konnte, wenn man es etwas auseinander machte. Ich war mir sicher, dass einer ihrer Vorfahren Rasse gehabt haben musste. |
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Und KITTY hatte auch Klasse! Die ihr von Knubbel überreichten Mäuse lehnte sie kategorisch, fast naserümpfend, ab. Nie habe ich sie eine Maus fangen sehen oder gar einen Vogel. Schmetterlinge und Falter waren ihr Ding, alles größer als das, verschmähte sie. So konnte ich sie unbesorgt zu unseren anderen Haustieren wie Wellensittich, Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen lassen.
KNUBBEL
war ihr Freund, von Anfang an. Man sah beide oft zusammen
spielen, zusammen schlafen, zusammen spazieren gehen. In der
Abenddämmerung machten wir oft zu dritt Ausflüge in die Felder
hinterm Haus. Beide genossen diese Streifzüge sehr und ich
natürlich auch. Dabei lernten wir viel
voneinander. |
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Ihre Gier auf
Neues (Neugier) konnte sie im Laufe der Jahre auch durch die
Bekanntschaft anderer Notfälle befriedigen. Als KITTY 7 Jahre
alt war, kam
ONKEL AUGUST dazu. Mit 10 verlor sie zwar ihren Freund KNUBBEL,
aber mit 11 nahmen wir FRITZ PIESEL auf, mit 16
JIFFY mit 17 NICO VOM VOGELPARK,
TIGER LILLY und
PHANTOM;
allesamt Notfälle wie sie selbst. |
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Etwa zu dieser Zeit, als KITTY rund 17 Jahre alt war, begannen sich diverse altersbedingte Krankheiten zu zeigen, die wir, um ehrlich zu sein, eigentlich schon früher erwartet hatten. Sie bekam Probleme mit beginnender Arthrose und damit hauptsächlich auch mit ihrer Beweglichkeit.
Sie konnte ihr langes
seidiges Fell nicht mehr selbst pflegen, weil sie wegen der
schmerzenden Versteifungen einfach nicht mehr überall hinkam. Wir
gaben ihr Vitamine und Mineralien zur Verbesserung des allgemeinen
Wohlbefindens und etwas speziell abgestimmt für Gelenke, Knorpel,
Sehnen und Bänder und erreichten tatsächlich vorübergehend eine
merkliche Verbesserung. |
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![]() (Deutlich zu sehen sind die durch Arthrose verstellten und versteiften Beine und das teilweise geschorene Fell.) |
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Trotz sorgsamster
Pflege „verfiel“ KITTY mehr und mehr. Den Alterungsprozess kann man
vielleicht etwas hinauszögern, aber nicht stoppen, und genau so, wie
es bei alten Menschen passiert, wurde sie kleiner, magerer und
unbeweglicher, bis sie nur noch Haut und Knochen mit einem
verfilzten, löchrigen Pelzmantel war.
Trotzdem war ihre
Lebensfreude noch vorhanden. Sie bezog nach wie vor täglich einen
Aussichtsplatz draußen, aber eben nicht mehr auf dem Baum oder einem
Autodach, sondern genau in der Mitte des Wendehammers unserer
Sackgasse. Dort lag sie manchmal stundenlang, und es berührte sie
gar nicht, dass Nachbarn und Besucher um sie herumfahren
mussten. Mit 19 Jahren kamen bei KITTY noch Nierenprobleme und Ansammlung von Wasser in der Lunge dazu.
Ihr Allgemeinzustand
verschlechterte sich weiter zusehends, und am 19. November 2003,
rund 5 Monate vor ihrem zwanzigsten Geburtstag wurde sie schweren
Herzens hier in ihrem Zuhause im Kreise ihrer Familie in den
Katzenhimmel entlassen. |
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KITTY, in unseren Gedanken sehen
wir dich noch immer auf deinem
Aussichtsplatz als |
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